Bayernweites Leuchtturmprojekt gestartet
Tele-Neugeborenen-Notarztdienst vernetzt Geburtskliniken und Spezialzentren in ganz Bayern
Bayern. Mit dem offiziellen Start des Projektes Tele-Neugeborenen-Notarztdienst (TeleNNAD) im vergangenen Oktober wurde in Bayern eines der größten tele-neonatologischen Netzwerke Deutschlands und Europas auf den Weg gebracht. Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie Sternstunden e.V. verfolgt das Projekt das Ziel, Geburtskliniken in ganz Bayern bei akuten Notfällen von Neugeborenen telemedizinisch zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die schnelle und hochspezialisierte Unterstützung von Geburtskliniken, wenn Neugeborene unmittelbar nach der Geburt schwerwiegende Anpassungsstörungen oder Komplikationen – insbesondere durch Sauerstoffmangel unter der Geburt – entwickeln. Über eine telemedizinische Echtzeitverbindung können sich die Teams vor Ort unmittelbar mit neonatologischen Spezialisten aus den regionalen Versorgungszentren zusammenschalten. Insgesamt nehmen bayernweit neun regionale Versorgungszentren als hochspezialisierte Zentren für Neugeborenenmedizin sowie über 21 Geburtskliniken an dem Netzwerk teil. Allein durch die direkte telemedizinische Unterstützung werden künftig jährlich über 10.000 Neugeborene erreicht, wenn eine spezialisierte Beratung notwendig wird. Insgesamt betreuen die beteiligten regionalen Versorgungszentren rund 30.000 Geburten pro Jahr – dies entspricht nahezu 30 bis 40 Prozent aller Lebendgeborenen in Bayern. Damit entsteht ein einzigartiges Netzwerk, das von Ostbayern bis nach Westbayern sowie von Nord- bis Südbayern reicht und damit nahezu flächendeckend die Versorgung von Neugeborenen und Risikoschwangerschaften in Bayern stärkt.
Ein besonderer Meilenstein des Projektes ist die Geschwindigkeit der Umsetzung: Seit dem offiziellen Projektstart im Oktober wurden innerhalb weniger Monate sämtliche technischen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen geschaffen. Zum 1. Juni gingen nun die ersten Kliniken offiziell ans Netz. Monatlich werden jeweils vier weitere Geburtskliniken an das telemedizinische Netzwerk angeschlossen, sodass bis Oktober alle teilnehmenden Kliniken vollständig integriert sein werden. Professor Dr. Matthias Keller, Projektkoordinator und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau, betont: „Mit dem Tele-Neugeborenen-Notarztdienst schaffen wir erstmals eine strukturierte telemedizinische Versorgung für Neugeborene in ganz Bayern. Gerade in einem Flächenland wie Bayern ist es entscheidend, dass Eltern die Sicherheit haben, dass ihr Kind – unabhängig vom Geburtsort – im Notfall schnell Zugang zu hochspezialisierter Expertise erhält. Besonders beeindruckend ist, dass wir gemeinsam mit allen Partnern dieses Netzwerk in Rekordgeschwindigkeit aufbauen konnten.“ Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach unterstreicht die Bedeutung des Projektes: „Der Tele-Neugeborenen-Notarztdienst ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie moderne Telemedizin die medizinische Versorgung gerade auch in der Fläche nachhaltig verbessern kann. Innerhalb kürzester Zeit wurde hier gemeinsam mit allen Beteiligten ein hochinnovatives Netzwerk aufgebaut, das künftig vielen Neugeborenen und ihren Familien zugutekommen wird. Wir fördern dieses Projekt mit rund 658.000 Euro.“ Neben der unmittelbaren Verbesserung der Patientenversorgung verfolgt das Projekt auch das Ziel, die medizinische Sicherheit für Geburtskliniken nachhaltig zu stärken, regionale Unterschiede in der Versorgung zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Zentren und Geburtskliniken weiter auszubauen.
Die Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie Sternstunden e.V. ermöglichte den Aufbau der technischen Infrastruktur, die Ausstattung der Kliniken sowie die wissenschaftliche und organisatorische Umsetzung des Projektes. Nach der nun erfolgten Inbetriebnahme des Netzwerkes richtet sich der Fokus der Projektpartner auf die nachhaltige Finanzierung des Versorgungsangebotes. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kostenträgern langfristige Strukturen zu schaffen, um die telemedizinische Versorgung von Neugeborenen in Bayern dauerhaft sicherzustellen.
Die Projektverantwortlichen danken ausdrücklich allen beteiligten Partnern für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit – insbesondere den klinischen Partnern, den technischen Umsetzungspartnern, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, Sternstunden e.V. sowie dem Advisory Board mit Vertretern unter anderem der Bayerischen Krankenhausgesellschaft.















